Sicherheit von Kunstmaterialien
Aktualisiert: vor 4 Stunden

Der sichere Umgang mit Kunstmaterialien setzt die Kenntnis potenzieller Gesundheits- und Umweltrisiken, die Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie die Einhaltung der europäischen Kennzeichnungsvorschriften voraus.
Welche Vorschriften gelten für die Sicherheit von Kunstmaterialien?
Wichtigste EU-Vorschriften
Die wichtigsten Vorschriften im Bereich Sicherheit der Kunstmaterialien sind:
REACH Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals - CE n. 1907/2006)
Diese Verordnung bildet die Grundlage der europäischen Chemikaliengesetzgebung. Gemäß dieser Verordnung müssen alle Chemikalien eigens registriert werden, und für jede einzelne muss sowohl das Umweltrisiko als auch das Gesundheitsrisiko bewertet werden. Sie legt zudem (über Anhang XVII) Beschränkungen für die Verwendung bestimmter Stoffe fest, wie beispielsweise einiger Schwermetalle in Pigmenten, und sieht deren Ersatz durch sicherere Alternativen vor.
CLP Verordnung (Classification, Labelling and Packaging - CE n. 1272/2008) zur Etikettierung von Produkten:
Diese Verordnung zielt darauf ab, eine korrekte Kennzeichnung der Produkte zu gewährleisten, um die Verbraucher über die potenziellen Gefahren zu informieren, denen sie bei der Verwendung des Produkts ausgesetzt sind.
Kunsthandwerksmaterialien, die gefährliche Inhaltsstoffe enthalten, müssen auf dem Etikett folgende Angaben aufweisen:
Gefahrenpiktogramme (grafische Symbole, z. B. eine Flamme oder ein Totenkopf).
Warnhinweise (z. B. „Gefahr“ oder „Achtung“).
Gefahrenhinweise und Sicherheitshinweise ), die die spezifischen Risiken und die zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen erläutern.
Benutzerspezifische Vorschriften
Kunst- und Bastelmaterialien für Kinder (Bleistifte, Wasserfarben, Filzstifte) gelten als Spielzeug und unterliegen als solche der Spielzeugrichtlinie (2009/48/EG), die wiederum durch die harmonisierte technische Norm EN 71 gestützt wird, um die Ungiftigkeit zu gewährleisten. Konforme Produkte tragen das CE-Zeichen.
Für die Verwendung von Mal- und Bastelmaterialien in anderen Bereichen wie professionellen Werkstätten oder Schulen können weitere Vorschriften gelten.
Freiwillige Standards für importierte oder auf dem internationalen Markt verkaufte Kunstmaterialien
ASTM D-4236 ("Standard Practice for Labeling Art Materials for Chronic Health Hazards"). Dieser Standard verlangt eine toxikologische Bewertung und eine eindeutige Kennzeichnung hinsichtlich chronischer Gesundheitsrisiken.
Welche potenziellen Gesundheitsrisiken bestehen und welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen
Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Pigmenten, Lösungsmitteln oder anderen Zusatzstoffen (VOC – flüchtige organische Verbindungen) können viele Kunstmaterialien gesundheitsschädlich oder reizend sein, wenn sie versehentlich eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen werden.
In diesem Sinne ist es ratsam, bei jedem Kauf oder jeder Verwendung eines neuen Materials NICHT NUR DIE ETIKETTEN ODER SICHERHEITSDATENBLÄTTER DER PRODUKTE ZU LESEN, sondern auch einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die eigene Gesundheit zu schützen. Hier einige Beispiele:
Belüftung: Arbeiten Sie stets in gut belüfteten Räumen, um das Einatmen von Dämpfen oder Staub zu vermeiden.
Hautkontakt: Vermeiden Sie direkten Hautkontakt durch das Tragen von Schutzhandschuhen, insbesondere bei aggressiven Chemikalien.
Hygiene: Waschen Sie sich nach der Verwendung der Materialien und vor dem Essen oder Trinken stets gründlich die Hände.
Verschlucken: Während der Verwendung von Kunstmaterialien nicht essen, trinken oder rauchen. Achten Sie darauf, dass die Materialien nicht in den Mund genommen werden, insbesondere in Bildungseinrichtungen oder im Umgang mit Kindern.
Sicherheitsdatenblätter: Lesen Sie stets die von den Herstellern bereitgestellten Sicherheitsdatenblätter (SDB) für detaillierte Informationen zu spezifischen Risiken und Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Speziellen Sicherheitsaspekte einzelner Kunstmaterialien
Buntstifte
Moderne Buntstifte gelten allgemein als unbedenklich, da die darin enthaltenen Pigmente organischen Ursprungs sind und keine Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Chrom mehr enthalten. Dennoch sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Produkte die oben genannten Sicherheitsstandards erfüllen, wie zum Beispiel die Kennzeichnung „ungiftig“ oder das Vorhandensein des CE-Zeichens.
Filzstifte/Marker
Die Sicherheit von Filzstiften hängt weitgehend von der Art der Tinte und dem Verwendungszweck ab.
Hier ist eine wichtige Unterscheidung, um die Sicherheitsstufen zu verstehen:
Filzstifte für Kinder (auf Wasserbasis)
Die meisten in Europa verkauften Filzstifte für Kinder enthalten eine Tinte auf Wasserbasis, die ungiftig und sowohl von Textilien als auch von der Haut abwaschbar ist, wodurch sich dieses Produkt sowohl für den Einsatz in der Schule als auch zu Hause eignet. Wie bei Buntstiften ist es jedoch ratsam, beim Kauf darauf zu achten, dass die Produkte die oben genannten Sicherheitsstandards erfüllen, wie beispielsweise die Kennzeichnung „ungiftig“ oder das Vorhandensein des CE-Zeichens.
Künstlermarker und Permanentmarker (auf Alkohol-/Lösungsmittelbasis)
Permanente Filzstifte oder professionelle Künstlermarker, wie beispielsweise Marker auf Alkoholbasis, weisen eine andere chemische Zusammensetzung auf und erfordern größere Vorsichtsmaßnahmen.
Chemische Bestandteile: Die Tinte dieser Stifte enthält Lösungsmittel wie Alkohol, Xylol oder Toluol, die für ihre Beständigkeit und Haltbarkeit sorgen.
Risiken: Diese Substanzen gelten als giftig, wenn sie in großen Mengen eingeatmet werden oder bei längerem Hautkontakt, und sind nicht für die Verwendung durch Kinder geeignet.
Vorsichtsmaßnahmen: Es ist unerlässlich, sie in gut belüfteten Räumen zu verwenden, um das Einatmen der Dämpfe zu vermeiden. Sie sind nicht zum Malen auf der Haut geeignet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass abwaschbare Stifte auf Wasserbasis für den
Schulgebrauch bei korrekter Anwendung sicher sind. Bei nicht abwaschbaren oder professionellen Stiften müssen die Herstellerhinweise und die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für Kunstmaterialien befolgt werden.
Aquarellfarben
Moderne Aquarellfarben gelten allgemein als eines der sichersten Kunstmalmaterialien auf dem Markt. Sie sind wasserbasiert, frei von giftigen Lösungsmitteln, und die verwendeten Pigmente sind größtenteils ungiftig.
Allerdings kann es Unterschiede im Sicherheitsniveau zwischen Produkten für Kinder und professionellen Produkten geben: Während Wasserfarben für Kinder so formuliert sind, dass sie ungiftig sind, und den Normen EN 71 entsprechen sowie das CE-Zeichen tragen müssen, erfordern Wasserfarben für den professionellen Gebrauch größere Vorsicht, da bei ihrer Herstellung eine viel breitere Palette an Pigmenten verwendet werden kann, darunter auch solche, die minimale Spuren von Schwermetallen wie Cadmium oder Kobalt enthalten, obwohl synthetische Alternativen immer weiter verbreitet sind.
Für den professionellen Gebrauch ist es immer ratsam, die Sicherheitsdatenblätter (SDB) des Herstellers für die jeweils verwendeten Farben zu konsultieren. Die üblichen Hygienemaßnahmen (das Pinselwaschwasser nicht trinken, während des Malens nicht essen, Hände waschen) reichen aus, um einen sicheren Gebrauch zu gewährleisten.
Acrylfarben
Da Acrylfarben wasserlöslich sind, gelten sie im Allgemeinen als sicher für den künstlerischen Gebrauch, insbesondere im Vergleich zu Ölfarben, für die giftige Lösungsmittel (wie Terpentin oder Testbenzin) erforderlich sind und bei deren Verwendung die Gefahr besteht, giftige Dämpfe einzuatmen.
Dennoch ist es ratsam, die folgenden Vorsichtsmaßnahmen zu beachten und zu befolgen:
Vermeiden Sie das Verschlucken oder längeren Hautkontakt: Aufgrund der darin enthaltenen Zusatzstoffe kann es in seltenen Fällen zu Hautreizungen oder Sensibilisierung kommen.
Pigmentstaub: Der beim Abschleifen von getrockneter Acrylfarbe entstehende Staub kann aufgrund der enthaltenen Pigmente bei Einatmen gesundheitsschädlich für die Lunge sein. Beim Abschleifen von mit Acrylfarbe gestrichenen Oberflächen wird das Tragen einer Schutzmaske empfohlen.
Medien und Zusatzstoffe: Während Acrylfarben an sich als ungiftig gelten, können einige professionelle Acrylmedien (Verzögerer, Glanzmittel usw.) Substanzen enthalten, die während der Verwendung eine gute Belüftung erfordern, wie in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) des Produkts angegeben.
Verwenden Sie diese vorzugsweise in gut belüfteten Räumen, insbesondere wenn Sie Acrylsprays verwenden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Acrylfarben für den Gebrauch im Haushalt und für künstlerische Zwecke sehr sicher sind, sofern man die üblichen Hygienemaßnahmen beachtet und das Einatmen von Staub vermeidet.
Pastellkreiden
Pastellkreiden gelten allgemein als unbedenkliche Malutensilien, doch ihre Unbedenklichkeit hängt von der jeweiligen Art (Wachs-, Öl- oder Trockenpastellkreiden) und ihrer Zusammensetzung ab.
Hier ein Überblick über die verschiedenen Arten von Pastellkreiden:
Wachsmalkreiden
Es handelt sich um die gängigsten Buntstifte für den Schulgebrauch, die äußerst sicher sind. Sie bestehen hauptsächlich aus Paraffinwachs und ungiftigen Pigmenten, sind so formuliert, dass sie ungiftig sind, entsprechen den europäischen Sicherheitsnormen (CE-Kennzeichnung, EN 71) und sind auch bei Hautkontakt oder versehentlichem Verschlucken in kleinen Mengen unbedenklich.
Ölpastellkreiden (für Künstler)
Im Gegensatz zu Wachspastellkreiden sind Ölpastellkreiden aufgrund des darin enthaltenen Öls cremiger. Der kritische Punkt in Bezug auf die Sicherheit sind die darin enthaltenen Pigmente, die – ähnlich wie bei professionellen Aquarellfarben – geringe Mengen an Schwermetallen wie Cadmium und Kobalt enthalten können, obwohl sicherere synthetische Alternativen existieren.
Trockenpastelle (Soft- und Hartpastelle/Kreide)
Die größte Gefahr, die von diesem Material ausgeht, sind Lungenprobleme, die durch das längere Einatmen von Staub entstehen, der beim Auftragen der Farbe auf den Untergrund entsteht. Wenn Sie sich für die Verwendung dieses Produkts entscheiden, sollten Sie daher folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:
In einem Raum mit guter Belüftung arbeiten.
Vermeiden Sie es, den Staub von der Zeichnung wegzublasen (verwenden Sie stattdessen ein feuchtes Tuch oder schütteln Sie die Zeichnung vorsichtig im Freien ab).
Ziehen Sie die Verwendung einer Schutzmaske (z. B. einer FFP2-Atemschutzmaske) in Betracht, wenn Sie intensiv mit großen Mengen an Trockenpastellen arbeiten oder über längere Zeiträume hinweg.
Fazit
Im Allgemeinen sind moderne und zertifizierte Produkte sicher, wenn sie bestimmungsgemäß verwendet werden. Während Wachs- und Ölpastellkreiden sind sehr sicher sind, wären man bei Trockenpastellkreiden Vorsichtsmaßnahmen zusätzlich erforderlich, um den dabei entstehenden Staub zu vermeiden.
Das war ein kleiner Überblick für einen sichereren und bewussteren Umgang mit Künstlermaterialien. Wenn euch der Beitrag gefallen hat, hinterlasst ein Like, und wenn ihr weitere Tipps dazu habt, schreibt sie mir in die Kommentare.
Danke fürs Lesen.
Laura




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