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Alles über die Deckkraft von Acrylfarben

Aktualisiert: 30. März


Beispiele Symbole Deckkraft auf Acrylfarben

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Acrylfarben ist ihre Deckkraft, d.h. ihre Fähigkeit untere Farbschichte oder Untergründe komplett oder teilweise abzudecken oder zu verbergen.


Die Deckkraft kann von sehr stark (deckend) bis zu sehr niedrig (transparent/durchsichtig) sein. Mit der Begriff "Undurchsichtigkeit" beschreibt man die Fähigkeit der Farbe (des enthaltenen Pigments), den Untergrund komplett abzudecken oder zu verbergen. In ähnlicher Weise bezeichnet der Begriff "Transparenz" die Fähigkeit der Farbe, Licht durchzulassen und den darunter liegenden Inhalt zu enthüllen.


Warum haben Acrylfarben unterschiedliche Deckkraft?

Der Deckkraftgrad von Acrylfarben hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie den Brechungsindizes der im Acrylbindemittel gemischten Pigmente, der Körnigkeit der Pigmente und ihrer Konzentration im Bindemittel.

Trifft ein Lichtstrahl auf die Oberfläche eines Körpers (in unserem Fall Acrylfarbe), wird ein Teil davon abgestoßen (Reflexion) und ein Teil kann in das Innere des Körpers eindringen (Brechung). Mit anderen Worten: Das Licht durchdringt die Farbe, gelangt auf die Leinwand und wird von den Pigmenten teilweise reflektiert und absorbiert. Pigmente haben normalerweise einen Brechungsindex > 1,8. Je höher der Index, desto höher ist der Grad der Deckkraft der Farbe.

Die Deckkraft ist direkt proportional zum Brechungsindex und hängt von der Größe der Partikel ab. Wenn diese nicht die Wellenlänge ihres eigenen farbigen Lichts erreichen, sinkt die Deckkraft schlagartig und es kommt zur völligen Transparenz. Ein weiterer Einflussfaktor ist die Form der Partikel; Wenn alle anderen Eigenschaften gleich sind, ergibt die Kugelform die maximale Deckkraft.

Die Opazität oder Transparenz einer Acrylfarbe hängt von der Differenz zwischen dem Brechungsindex des Pigments und dem Brechungsindex des Bindemittels ab, in das das Pigment eingetaucht ist. Je größer der Unterschied zwischen beiden ist, desto größer ist die Deckkraft der Farbe. Wenn die Differenz zwischen den beiden Indizes Null ist, ist die Farbe transparent.


Wie erhält man Informationen über die Deckkraft von Acrylfarben

Die Information darüber, ob eine Farbe (bzw. der enthaltene Pigment) transparent (durchsichtig), halbtransparent (-durchsichtig), halbdeckend oder deckend nach dem Trocknen und unter Verwendung eines Pinsels ist, wird in der Regel auf dem Etikett jeder Farbe durch ein Quadrat angegeben, das wie folgt aussehen kann

  • vollfarbig (deckend),

  • halbfarbig (halb-deckend)

  • leer, aber mit einer Querlinie (halb-durchsichtig)

  • leer (durchsichtig).


Overview of opacity types of acrylic paints

Wie man die Deckkraft einer Farbe testen kann

Falls es einen Hinweis gibt, kann man einen einfachen Test durchführen:

  1. Zeichne oder male einen schwarzen Strich und warte, bis er getrocknet ist.

  2. Bedecke die schwarze Linie mit den Farben, die du testen möchtest.

  3. Nach dem Trocknen prüfe, ob die Farben die schwarze Linie darunter verdecken: Je mehr das Schwarz verschwindet, desto undurchsichtiger sind die Farben und umgekehrt, je mehr man das Schwarz sieht, desto transparenter die Farben sind.


Das Wissen über die Deckkraft einer Farbe kann beim Pouring sehr wichtig sein, denn wenn die Farben transparent sind, können sie in den darunter liegenden (undurchsichtigen) Farben "verschwinden".


Die Auswirkungen von Transparenz und Opazität: eine Übersicht

Overview Transparency and Opacity Effects

Welches Medium macht Acrylfarben weniger transparent?

Um die Transparenz von Acrylfarben zu verringern, kann man ein wenig Titanweiß hinzufügen, das die ursprüngliche Farbe leicht verändert, indem man eine hellere Tönung des ursprünglichen Farbtons zuerts erzeugt. Danach könnte man dieser Mischung mehr von der ursprünglichen Farbe hinzufügen, um den ursprünglichen Farbton wieder zu erreichen.


Wie wirkt die Deckkraft beim Acrylpouring aus? Ein Experiment.


Bis jetzt habe ich über die Deckkraft einer Farbe und deren Auswirkungen unter der Annahme geschrieben, dass die Farben mittels Pinsels aufgetragen werden.


Um die Auswirkungen bei einem Pouring besser zu verstehen, habe ich einen Experiment durchgeführt, in dem ich eine deckende Farbe (Turquoise) und zwei transparente Farben (Primärmagenta von Amsterdam Royal Talens und Oriental Violet von Pebeo) verwendet habe.


Ich habe die Flip-Cup Technik genutzt und bereitete zwei unterschiedliche Ausgießbecher vor:


In einen Becher gab ich die Farben der folgenden Reihenfolge nach: Transparent/Deckend/Transparent, d.h. Magenta, Türkis und Oriental Violet.

In den anderen waren dagegen die Farben der folgenden Reihenfolge nach: Deckend/Transparent/Deckend, d.h. Türkis, Magenta, Türkis, Oriental Violet.


Diese waren meine Ergebnisse:


- Becher Nr. 1 Transparent/Deckend/Transparent: Die beiden transparenten Farben überwiegen im Endergebnis. Außerdem wird die Farbe umso dunkler, je mehr Schichten von transparenten Farben aufgetragen werden.


Transparency Test  No.1

- Becher Nr. 2 Deckend/Transparent/Deckend: Transparente Farben haben das Endergebnis nur geringfügig verändert. Die undurchsichtige Farbe überwiegt.


Transparency Test No.2

Letztendlich können wir aus diesem Experiment lernen, dass das Wissen über die Deckkraft unserer Farben wirklich wichtig sein kann und uns die Möglichkeit gibt, das Endergebnis unserer Bilder teilweise zu beeinflussen.



Empfehlungen für Acrylpouring-Techniken

Die Entscheidung, welche Farben besser für die Pouring-Technik sind, hängt von der verwendeten Technik ab.


Zum Beispiel bei einem Ring-Pour, in dem wir definierte Farben im Endergebnis haben möchten, ohne dass sie miteinader zu stark vermischen oder verschwinden, sind deckende Farben besser. Hingegen sind transparente oder halbtransparente Farben, welche für Überblendtechniken entwickelt wurden, besser für Techniken wie Flip Cups oder Dutch Pouring geeignet, in denen man die Interaktion der Farben z.B. mittels farbenfrohen Zellenbildung hervorheben möchte oder schöne Farbverläufe erzeugen möchte.


Bei der Vorbereitung von Pouringbecher für Flip-Cups ist es daher empfehlenswert, undurchsichtige Farben ganz oben und transparente unten zu platzieren, da die ersten dazu neigen, transparente Farben vollständig zu überdecken. Umgekehrt bei anderen Techniken, wo die Farben ganz normal gegossen werden (wie die Open-Cup oder die Dutch Pour), ist es daher empfehlenswert, deckende Farben ganz unten und transparente oben zu platzieren.


Außerdem vergiss nicht, dass transparente Farben dazu neigen, auf dunklem Hintergrund bzw. auf einer Dunkelfarbe zu verschwinden.


Ich hoffe, ich konnte Dir dabei helfen, eine der wichtigsten Eigenschaften von Acrylfarben besser zu verstehen.


Vielen Dank fürs Lesen. Wenn Dir der Beitrag gefällt, hinterlässt ein Like, einen Kommentar und vergiss nicht, meinem Blog und Instagram zu folgen und den Inhalt auf deinen sozialen Medien zu teilen.Wenn Du möchtest, kannst Du mir auch auf Instragram folgen.


Ich wünsche Dir einen farbenfrohen und kreativen Tag!


Laura


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